AG für Bildung in der SPD SH fordert: Mehr psychosoziale Hilfen, Impfpriorisierung, Lernen im eigenen Takt in kleineren Klassen!


Seit mehr als einem Jahr erfahren Kinder und Jugendliche durch die Pandemie eine sehr belastende Zeit. Sie sind erheblich in ihrem Leben und Lernen eingeschränkt und befinden sich in ständigem Wechsel zwischen Einschränkungen und Öffnungen. Zwischendurch erfolgt das Lernen nur über digitale Endgeräte. Vielen Schülerinnen und Schülern fehlt ein digitales Endgerät und eine ausreichende Internetverbindung.

Nach einem Austausch mit Fachgästen und Interessensvertretungen erklärt Fabian Reichardt als Landesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Bildung in der SPD Schleswig-Holstein:

„Um Unterricht in der Schule und den KiTa-Besuch verlässlich und sicher zu ermöglichen, sind KiTa-Kinder, Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Erziehende in die Impfpriorisierung an oberer Stelle aufzunehmen. Bundesgesundheitsminister Spahn stoppt die Impfpriorisierung, gleichzeitig fordert Bundesbildungsministerin Karliczek richtigerweise eine Impfpriorisierung für Schülerinnen und Schüler. Kein Mensch kann den Eltern dieses widersprüchliche Gegeneinander erklären. Nicht mehr benötigte mobile Impfteams müssen von Minister Garg in die Schulen und KiTas als regionale Impfmöglichkeit für Lehrende und Lernende gesendet werden.

Die Landesregierung muss jetzt alles dafür tun, dass Schülerinnen und Schüler wieder in die Schulen können und dort ausreichend Ansprechpersonen für Ihre Sorgen vorfinden. Wir brauchen mehr Personal im Bereich Sozialpädagogik und Schulpsychologie. Während der Pandemie wurden die Klassen gezwungenermaßen verkleinert. Um Schülerinnen und Schüler zu entlasten, müssen sie auch weiterhin in kleineren Klassen lernen können. Und wir müssen künftig mehr Zeit zum gemeinsamen Lernen im eigenen Takt schaffen. Dafür muss Ministerin Prien ausreichend Ressourcen in den Schulen bereitstellen.“

Prof. Dr. Silvia Schneider, Professorin für Klinische Kinder- und Jugendpsychologie an der Ruhr-Universität Bochum, sagt zur Impfthematik:

„Wesentliche Entwicklungsphasen der Jugendlichen wurden nicht beachtet. Gerade diese sind für das Aufwachsen der jungen Menschen ausschlaggebend! Damit sie wieder ihrem regulären Leben nachgehen können, sollten sie bevorzugt geimpft werden.“

Zur Situation unter Corona und der Thematik kleinerer Klassen erklärt Amelie Grothusen, Landesschülersprecherin der Gemeinschaftsschulen:

„Wir wollen vom Ministerium gesehen und gehört werden. Die ganzen Prüfungen, zusätzlichen Klausuren und Hausaufgaben verursachten einen enormen psychischen Stress. Mitschülerinnen und Mitschüler sind über die Zeit untergegangen. Sie hatten keinen Ansprechpartner und trauten sich nicht Schwächen oder Problematiken anzusprechen. Durch kleinere Klassen war das Lernen erleichtert. Zurückhaltendere Schüler und Schülerinnen wurden hierdurch mehr wahrgenommen und trauten sich, sich mehr einzubringen.“